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Wiener Melange am 6.4.08 mit Ilona Meroth und Herbert Hanko im Stadttheater Weilheim [DOWNLOAD Artikel]

Mitten ins Herz:

“Lascia ch’io pianga" – die Debüt-CD von Ilona Meroth.
 

 
Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so still waren die Zuhörer. Manche hatten gar Tränen in den Augen. So geschehen, als Ilona Meroth im Rahmenprogramm einer medizinischen Tagung das berühmte „Lascia ch’io pianga“ („Lass mich weinen“) aus Händels Oper „Rinaldo“ in der Klosterkirche Fürstenfeld sang.
 

„Technik ist die Voraussetzung“, sagt die Sopranistin, „aber was nützt alles sängerische Können, wenn das Herz nicht dabei ist?“ Und das sind nicht nur Worte, denn ihr gelingt, was nur wenige Sänger schaffen: der direkte Zugang mitten in die Herzen der Zuhörer.
Wie unglaublich beseelt Ilona Meroth Musik zu gestalten weiß, zeigt ihre Debüt-CD. Natürlich heißt sie „Lascia ch’io pianga“, denn diese wundervolle Arie steht im Mittelpunkt. Dazu kommen weitere Arien von Händel („Meine Seele hört im Sehen“ aus „Neun Deutsche Arien“ und „Let the bright Seraphim“ aus dem Oratorium „Samson“), Melanis „Quai bellici accenti“ und Mozarts „Alleluja“ aus „Exultate Jubilate“ sowie einige Instrumentalstücke von Händel. Ilona Meroths klarer, heller Sopran schwebt über der sensiblen Begleitung durch Alexander Krins (Solo-Violine) und sein zu diesem Anlass zusammengestelltes Kammerensemble.

Glücksgefühle

Was ist Glück? Ein Gefühl, das schwer zu definieren, im Grunde auch nur zu erleben ist. Und Glücksgefühle stellen sich ein, wenn man Ilona Meroths Stimme hört. Gefühle, die man hier teilt mit denen einer Sängerin, die alle ihre Emotionen in den Vortrag einfließen lässt, die fähig ist, Herz und Seele in die Gestaltung zu legen.
Dies alles kommt aber nicht von ungefähr. Es war ein weiter Weg bis zum jetzigen offensichtlichen Beginn einer dritten Karriere. Erfolgreich war die (in Laim geborene und auch jetzt noch hier lebende) Sängerin ja schon als ganz junges Mädchen, als sie sich als Schlagersängerin einen Namen machte. Die Zusammenarbeit mit bekannten Produzenten und Musikern, wie Ralph Maria Siegel, Carl Michalski, Teddy Parker, Gitte, Charly Tabor, Fred Artmeier und Charly Antolini, markierte diese Etappe.

Die zweite Karriere

„Träum nicht in der Traumfabrik – Der Versuch, einen Star zu machen“ hieß ein Feature, das das Bayerische Fernsehen damals dazu drehte. Ilona Meroth war auch klug genug, sich nicht in solchen Träumen zu verlieren. Sie spezialisierte sich auf klassische Musik und studierte an der Musikhochschule in Wien und am Richard-Strauß-Konservatorium in München, wo sie ihr Studium mit dem staatlichen Diplom im Fach Opern- und Bühnengesang abschloss.
Die zweite Karriere begann: Mit ihren Auftritten als Solistin in Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Holland, in der Schweiz, Italien und Portugal errang sie internationales Renommee. Als Gesangssolistin war sie auch festes Ensemble-Mitglied bei den Österreichischen Donaufestwochen in Grein. Darüber hinaus sang sie unter anderem in Wien (Theater Schönbrunn), Venedig (Teatro La Fenice) sowie München (Cuvilliéstheater, Gasteig, Stadtmuseum und noch etliche andere Bühnen und Auftrittsorte).

Der Neubeginn

Nach einer familiär bedingten Schaffenspause schien die Karriere aber zunächst beendet. War es Glück, war es Zufall, dass es jetzt zu einem Neubeginn kam? „Es gibt keine Zufälle“, ist sich Ilona Meroth sicher, „die Zeit musste reif dafür sein. Und ich musste wohl auch zur rechten Zeit die richtigen Menschen treffen. Das ist dann die andere Definition von Glück.“ Offensichtlich hat sie die richtigen Menschen getroffen.
Beginnend mit Konzerten bei der „Langen Nacht der Musik“ und im Steinway-Haus, kam es in kurzer Zeit zu einer Vielzahl von Auftritten, bei denen sie jedes Mal ihr Publikum begeisterte. Kein Wunder bei einem immens breiten Repertoire, das Musik des Barock, der Klassik, der Romantik und der Moderne, sakrale Musik, Opern, Operetten, Salonmusik, Wiener Lieder, die Songs der großen amerikanischen Entertainer, Swing und Jazz umfasst. Und nicht nur das – als im In- und Ausland tätige Gesangspädagogin gibt Ilona Meroth ihr Können an viele Schüler weiter. Die dritte Karriere? Es sieht so aus – und die Debüt-CD ist ein erstes Dokument dieses Weges.
Lascia ch’io pianga. Arien und Instrumentalmusik von Melani, Händel und Mozart. Ilona Meroth – Alexander Krins & Ensemble. Die CD ist unter anderem erhältlich bei Ilona Meroth (e-mail: meroth@online.de) sowie im Werbe-Spiegel Buchshop (Fürstenrieder Straße 9, 80687 München, Telefon 54655-115).
 

 

Helmar Klier Autor: Helmar Klier /  Werbe-Spiegel - 18.07.2006
(c) 2006 by I. Meroth