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„Technik ist die Voraussetzung“, sagt die Sopranistin, „aber was
nützt alles sängerische Können, wenn das Herz nicht dabei ist?“ Und
das sind nicht nur Worte, denn ihr gelingt, was nur wenige Sänger
schaffen: der direkte Zugang mitten in die Herzen der Zuhörer.
Wie unglaublich beseelt Ilona Meroth Musik zu gestalten weiß, zeigt ihre
Debüt-CD. Natürlich heißt sie „Lascia ch’io pianga“, denn diese
wundervolle Arie steht im Mittelpunkt. Dazu kommen weitere Arien von Händel
(„Meine Seele hört im Sehen“ aus „Neun Deutsche Arien“ und „Let
the bright Seraphim“ aus dem Oratorium „Samson“), Melanis „Quai
bellici accenti“ und Mozarts „Alleluja“ aus „Exultate Jubilate“
sowie einige Instrumentalstücke von Händel. Ilona Meroths klarer, heller
Sopran schwebt über der sensiblen Begleitung durch Alexander Krins
(Solo-Violine) und sein zu diesem Anlass zusammengestelltes
Kammerensemble.
Glücksgefühle
Was ist Glück? Ein Gefühl, das schwer zu definieren, im Grunde auch
nur zu erleben ist. Und Glücksgefühle stellen sich ein, wenn man Ilona
Meroths Stimme hört. Gefühle, die man hier teilt mit denen einer Sängerin,
die alle ihre Emotionen in den Vortrag einfließen lässt, die fähig ist,
Herz und Seele in die Gestaltung zu legen.
Dies alles kommt aber nicht von ungefähr. Es war ein weiter Weg bis zum
jetzigen offensichtlichen Beginn einer dritten Karriere. Erfolgreich war
die (in Laim geborene und auch jetzt noch hier lebende) Sängerin ja schon
als ganz junges Mädchen, als sie sich als Schlagersängerin einen Namen
machte. Die Zusammenarbeit mit bekannten Produzenten und Musikern, wie
Ralph Maria Siegel, Carl Michalski, Teddy Parker, Gitte, Charly Tabor,
Fred Artmeier und Charly Antolini, markierte diese Etappe.
Die zweite Karriere
„Träum nicht in der Traumfabrik – Der Versuch, einen Star zu
machen“ hieß ein Feature, das das Bayerische Fernsehen damals dazu
drehte. Ilona Meroth war auch klug genug, sich nicht in solchen Träumen
zu verlieren. Sie spezialisierte sich auf klassische Musik und studierte
an der Musikhochschule in Wien und am Richard-Strauß-Konservatorium in München,
wo sie ihr Studium mit dem staatlichen Diplom im Fach Opern- und Bühnengesang
abschloss.
Die zweite Karriere begann: Mit ihren Auftritten als Solistin in
Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Holland, in der
Schweiz, Italien und Portugal errang sie internationales Renommee. Als
Gesangssolistin war sie auch festes Ensemble-Mitglied bei den Österreichischen
Donaufestwochen in Grein. Darüber hinaus sang sie unter anderem in Wien
(Theater Schönbrunn), Venedig (Teatro La Fenice) sowie München (Cuvilliéstheater,
Gasteig, Stadtmuseum und noch etliche andere Bühnen und Auftrittsorte).
Der Neubeginn
Nach einer familiär bedingten Schaffenspause schien die Karriere aber
zunächst beendet. War es Glück, war es Zufall, dass es jetzt zu einem
Neubeginn kam? „Es gibt keine Zufälle“, ist sich Ilona Meroth sicher,
„die Zeit musste reif dafür sein. Und ich musste wohl auch zur rechten
Zeit die richtigen Menschen treffen. Das ist dann die andere Definition
von Glück.“ Offensichtlich hat sie die richtigen Menschen getroffen.
Beginnend mit Konzerten bei der „Langen Nacht der Musik“ und im
Steinway-Haus, kam es in kurzer Zeit zu einer Vielzahl von Auftritten, bei
denen sie jedes Mal ihr Publikum begeisterte. Kein Wunder bei einem immens
breiten Repertoire, das Musik des Barock, der Klassik, der Romantik und
der Moderne, sakrale Musik, Opern, Operetten, Salonmusik, Wiener Lieder,
die Songs der großen amerikanischen Entertainer, Swing und Jazz umfasst.
Und nicht nur das – als im In- und Ausland tätige Gesangspädagogin
gibt Ilona Meroth ihr Können an viele Schüler weiter. Die dritte
Karriere? Es sieht so aus – und die Debüt-CD ist ein erstes Dokument
dieses Weges.
Lascia ch’io pianga. Arien und Instrumentalmusik von Melani, Händel und
Mozart. Ilona Meroth – Alexander Krins & Ensemble. Die CD ist unter
anderem erhältlich bei Ilona Meroth (e-mail: meroth@online.de) sowie im
Werbe-Spiegel Buchshop (Fürstenrieder Straße 9, 80687 München, Telefon
54655-115).
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